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PRESSE
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Simsalabim - Wo ist die rote Dame hin
?
Axel-Springer-Verlag,
BILD-Gruppe
Ahlen in Westfalen, Zauberladen Knallfrosch. Sphärenmusik verklärt den Raum -
und auf der kleinen Bühne steht er: Zauberer Marvini. Schwarz der Zylinder,
dämonisch der Blick. In seinen Händen ein Rahmen, innen schauen zwei blaue Tücher
hervor. Der Meister bläst einen Luftballon darin auf. So prall, dass er alle vier
Kanten berührt. Die blauen Zipfel sind nicht mehr zu sehen. Der Zauberer nimmt
eine lange Nadel. Zögert einen Moment- und sticht in den Ballon.
Ein Knall, darauf ungläubiges Staunen: Der Ballon ist zerplatzt - und zwischen den
blauen Tüchern spannt sich plötzlich ein gelbes, fein säuberlich verknotet. Das
Publikum tobt. Beifall, Begeisterung, wie hat das funktioniert. Aber Marvini
schweigt: " Zauberer verraten ihre Kunststücke nie," sagt er.
Die Spielkarten liegen offen in Marvinis Hand. Zwei Buben und eine rote Dame.
Du schaust genau hin. Denn gleich musst du wissen, wo die rote Dame im verdeckten
Zustand liegen wird. Blitzschnell drehen Marvinis Hände die Karten und legen sie
auf den Tisch. Du bist ganz sicher, wo die rote Dame liegt. "Die da!" sagst du und
lächelst siegesgewiss. "Die da?" fragt Marvini - und dreht den Kreuzbuben um...
Immer wieder und immer wieder fällt der Reporter darauf rein, das darf doch wohl
nicht wahr sein.... Hein:
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Div. Zaubertricks direkt aus der Nudelfabrik
Ahlener Zeitung
Sie haben meist spitze, große Hüte, einen langen breiten Mantel und einen langen
Vollbart. Ein kleiner schwarzer Stab darf auch nicht fehlen, denn ohne den läuft
nichts. So werden Zauberer ( mit Vorliebe auch "Magier" genannt) immer wieder gern
dargestellt. Nein - so ist es heute nicht mehr; der Magier von heute ist
salonfähig geworden. Sie ziehen sich heutzutage meist so an, als ob sie nach ihrem
Auftritt noch zu einem Festball wollten. Aber wo ist denn noch einer zu finden? In
Las Vegas: Siegfried & Roy, in Ahlen: Marvini.
Er ist nicht ganz spektakulär, wie die anderen beiden, versetzt aber trotzdem die
Zuschauer ins Staunen. Dabei verzichtet er auf den obligatorischen Zylinder, aus
dem Tauben entfliegen oder Kaninchen gezogen werden, sonder benutzt Kartenspiele,
um hellseherische Fähigkeiten zu beweisen, um nur ein Beispiel zu nennen.
Das Zaubern hat "Marvini" in einer Nudelfabrik gelernt, wie er seinem Publikum er
immer erklärt. Dort muss nämlich manchmal aus drei verschieden großen Nudeln eine
gemacht werden. Wie das geht, das wird ganz einfach mit drei Seilen vorgeführt.
Der Zuschauer zieht es dann doch vor, die Nudeln zu essen, als dass er sich zur
Nachahmung dessen hinreißen lässt - es würde nämlich nicht klappen. Tricks werden
nicht verraten. Bestimmte Tricks sind nicht von einem allein durchzuführen - also:
ein Assistent muss her. Diese(r) ist immer jemand anderes, denn "Marvini" sucht
sie vor Ort aus dem Publikum aus. Der braucht dann keine Angst zu haben, dass er
in irgendeiner Form zersägt wird oder verschwindet. Auf diese "Gewalttätigkeiten"
wird verzichtet. ...
Telepathie wird bei dem Ahlener Zauberer großgeschrieben. Er zaubert "Gedanken
seines Assistenten" in Form von Zahlen auf eine Tafel. Verblüfft ist der Zuschauer
dann von der Übereinstimmung von Gedachtem und Aufgeschriebenem. Vorher wird
selbstverständlich, nichts abgesprochen zu haben. Als Lohn gibt es für die
Assistenten immer ein hübsches Tierchen, geformt aus einem Luftballon. Die
jüngeren Gehilfen freuen sich darüber am meisten - an erster Stelle steht bei
ihnen ein Papagei. Etwas flau im Magen wird dem Publikum, wenn jemand um einen
Zehn-Mark-Schein gebeten wird, und am liebsten möchte dieser Jemand den Raum
verlassen bei der Aufforderung, die Banknote zu zerknüllen. Was wird damit
passieren? Ganz einfach: er wird in ein Glas gefördert - durch den Boden. Das
wertvolle Stück wird seinem Besitzer selbstverständlich zurückgegeben, ohne jede
Falte.
Manchmal lässt er auch einen Feuerball aus der Hand kommen, wenn der Raum dafür
geeignet ist. Es liegt auch hier auf der Hand, dass kein Mensch weiß, wie so etwas
funktioniert. |